Orgel Doberlug

Orgel

Die Sauer-Orgel in Doberlug

 

Die Hauptorgel der Doberluger Klosterkirche wurde 1874 von Wilhelm Sauer (1839-1916) aus Frankfurt/Oder erbaut (Opus 209).  

Vermutlich stand schon zu Beginn des 16. Jahrhunderts eine Orgel in der Kirche. Die nachweislich erste Orgel der Kirche erbaute 1676 Christoph Junge (aus Schweidnitz, 17 Register), nach 1789 folgte ein Instrument von Johann Christian Kayser (aus Lohmen bei Dresden/Sachsen), 1844 konnte die erweiterte und reparierte Schröther-Orgel eingeweiht werden. Im Jahre 1874 begann schließlich ein Neubau der Orgel durch Wilhelm Sauer unter Verwendung des spätklassizistischen Orgelprospekts und Teilen der vorhergehenden Orgeln. Es war das erste große romantische Kegelladeninstrument in dieser Region. Der spätere „Königliche Hoforgelbaumeister“ Wilhelm Sauer gilt als bedeutendster märkischer Orgelbauer, sein gesamtes Schaffen umfasst 1100 Orgeln.

Der heute bestehende neobarocke Orgelprospekt entstand 1908 nach Entwürfen des Regierungsbaumeisters und Architekten Prof. Carl Weber, ausgeführt von Tischlermeister Schmidt aus Doberlug. Nach dem zweiten Weltkrieg erfolgte in mehreren Schritten der neobarockisierende Umbau dieses Instruments (u.a. durch Hans Voit, 1971, Rathenow; Fa. Sauer, 1994, Müllrose).

Zuletzt wurde die Sauer-Orgel 2001-2002 umfassend durch Christian Scheffler (Sieversdorf) klanglich restauriert und auf den Ursprungszustand Wilhelm Sauers zurückgebaut.

 

2 Manuale

26 Register

Selbständiges Pedal, Schwellwerk

Kegellade, mechanisch

 

Disposition:

 

Manual I (C-f''')

Bourdun 16'

Principal 8'

Gedact 8'

Flûte harmonique 8' überblasend

Gambe 8' (ursprünglich Gemshorn 8')

Nassard 5 1/3'

Oktave 4'

Rohrfloete 4'

Spitzfloete 4'

Rauschquinte 2f. (2' + 2 2/3')

Mixtur 3-5f.

Cornet 2-5f. 1 1/3'          

 

Manual II (C-f'''), Schwellwerk

Geigenprincipal 8'

Gedact 8'

Viola d'amour 8'

Voix céleste 8' (Schwebung, ab c)

Flauto dolce 4'

Gemshorn 4'     

 

Pedal (C-d')

Principal 16'

Subbass 16'

Principal 8'

Bassfloete 8'

Cello 8' (ursprünglich Violon 16')

Quinte 5 1/3'

Oktave 4'

Posaune 16'

 

 

Spielhilfen:

Pedalkoppel I

Manualkoppel

Schwellwerk

Volles Werk (Tutti ohne Posaune)

 

Klangbeispiel: EG 331

Großer Gott wir loben dich

 

Großer Gott, wir loben dich,
Herr, wir preisen deine Stärke.
Vor dir neigt die Erde sich
und bewundert deine Werke.
Wie du warst vor aller Zeit,
so bleibst du in Ewigkeit.

Text: Aurelius Ambrosius (340-397) / Ignaz Franz 1768

Melodie: Lüneburg 1668 / Wien 1776 / Heinrich Bone 1852